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Lichtspiel in:

Form, Farbe und Licht: Illumination und Illustration

Der Traum ist, das Sprechen zu überwinden und die Dinge für sich selbst sprechen zu lassen. Durch Form, Licht und Farbe.

Wie geht das?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Bilder sind gleichzeitig die ältere und die modernere, unerreichte Sprache des Menschen. Die besondere Eigenschaft der Wortsprache ist ihre relative Bedeutungsschärfe, die sie allerdings auf Kosten von Flexibilität und durch extreme Limitierung gewinnt. Bildsprache demgegenüber ist viel unschärfer. Bilder können zwar dieses oder jenes und dann vielfach sehr erschöpfend, aber fast immer auch noch alles mögliche andere bedeuten.

Die Handhabung der Bilder für Bedeutung ist daher an Konventionen und einen Kanon von Archetypen gebunden. Ohne diese Rahmen würden Bilder nahezu beliebig, was sie aber niemals sind. Kunst schwebt nicht irgendwo und keine Antwort ist auch eine Antwort.

Bildbedeutung wechselt mit Epoche und Mode, mit Sprachregister und Bildung des Rezipienten. Mit Bildern umzugehen, braucht umfangreiches Wissen über Menschen und ihre Kultur in Gegenwart, Geschichte und Vorgeschichte. Bildsprache hat Regeln, und die nicht zu knapp.

Gute Sprache lebt aber immer auch davon, Regeln zu brechen, Konventionen zu missachten. Das gerade so, dass die kleinen Disharmonien auffallen, aber nicht so sehr stören, dass der Sinn verfälscht wird. Solche Strategien sind mit Bildern noch schwerer zu verfolgen als mit Wörtern.

Gute Texte sind aufwändig, gute Bilder auch. Und von Mode und Zeit einigermaßen unabhängig. Sprache, die über das Jetzt hinaus wirken kann: Was sonst noch ist so spezifisch menschlich?

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